Berlin ist in der Vergangenheit vor allem wegen seiner Freiräume beliebt gewesen, die es jeder/m Einzelnen eingeräumt hat. Nicht zuletzt hat das friedliche Miteinander oder Nebeneinander unterschiedlichster Lebensformen und Kulturen maßgeblich zur Attraktivität der Stadt beigetragen.
Diese Freiheit wird jetzt allerdings vom marktwirtschaftlichen Verwertungsgedanken massiv angegriffen. Erlaubt ist nicht mehr, was glücklich macht, sondern was Geld macht. Alles, was nicht in dieses Schema passt, muss weichen: Die Natur und die Menschen, die es sich nicht leisten können, sich ein Stück Freiraum zu kaufen.
So wird beispielsweise das Spreeufer bebaut und umzäunt. Früher ein Ort, an dem alle gemeinschaftlich grillen und entspannen konnten – jetzt das Heim von Stadtvillen- und Luxuseigentumswohnungen. Man will unter sich bleiben. Allein ein kleiner Uferstreifen bleibt, an dem der “Pöbel” vorbeispazieren darf. Parallel dazu steigt der Mietspiegel und verdrängt die ärmere Bevölkerung.
In anderen Stadtteilen Berlins ist dieser Verdrängungsprozess, auch Gentrifizierung genannt, bereits abgeschlossen oder im Endstadion. Am Prenzlauer Berg wurden nach der Wende 80% der Bevölkerung ausgetauscht. Friedrichshain und Kreuzberg sind ebenfalls auf dem besten Weg dorthin. Nun werden auch Neukölln und Alt-Treptow von der grünen urbanen Elite entdeckt und zunehmend in Beschlag genommen.
Wir haben uns im Herbst 2008 zusammengefunden, um die Fällung der zum Teil 60 Jahre alten Pappeln in der Karl-Kunger-Straße und den damit verbundenen Bau von Eigentumswohnungen zu verhindern. Die Pappeln sind für uns zum Symbol für Verdrängung geworden. Der Name setzt sich also zusammen aus dem Karl von Karl-Kunger-Straße und den Pappeln.
Seitdem kämpfen wir gegen die Verdrängung einkommensschwacher Bevölkerungsgruppen (RentnerInnen, GeringverdienerInnen, Hartz IV-EmpfängerInnen, StudentInnen…). Wir sind gegen den Bau von Eigentumswohnungen jeglicher Art, weil er keinen neuen Wohnraum schafft, von dem alle profitieren können.
Bei Quadratmeterpreisen um die 2000€ bleibt dieses Wohnvergnügen einer kleinen Elite vorbehalten. Außerdem wertet er die Wohngegend auf und sorgt damit für eine Anhebung des Mietspiegels, der die sowieso schon prekäre Lage weiterhin verschärft.
Wir möchten keine weitere Privatisierung von Freiräumen und sagen dem Verwertungsgedanken den Kampf an.
Wir bleiben alle!
Kontakt: herta_pappel@gmx.de