Archive for Februar 2011

Am Mittwoch den 2.2.2011 wurde die Liebigstr. 14 mit immensem Polizeiaufgebot geräumt. Der Hauseigentümer hatte den MieterInnen die Mietverträge gekündigt. Er war zu keinem einzigen Verhandlungstreffen mit den Mietern und Bezirkspolitikern gekommen. Ohne Gespräche hat er sein Ziel mit Polizeigewalt durchgesetzt.
Sein Ziel war offensichtlich: die AltmieterInnen rauswerfen, das Haus sanieren, um möglichst viel Geld herauszuschlagen. Dabei ist ihm egal, dass da schon lange Menschen drin wohnen, die ihre Wohnungen mit viel Aufwand gestaltet haben.
Die MieterInnen der Liebigstr. 14 und deren UnterstützerInnen unterscheiden sich von vielen MieterInnen darin, dass sie sich gegen die Kündigung des Mietverhältnisses und gegen die Räumung gemeinsam wehrten. Damit stellten sie ihr Recht als alteingessene MieterInnen ihre Wohnungen nicht zu verlassen sichtbar und angreifbar gegen die Gewinnsucht.
Der Rest ist Eskalation gewesen, durch Polizei, Politik und Presse. (mehr …)

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Ein Aufgang in der Wildenbruchstraße 48-50 ist im Internet für 2,2 Millionen zum Verkauf angeboten. Es handelt sich um 50 Zimmer, bzw. 2100 m² Wohnfläche.
Was bedeutet das für Sie als MieterInnen? Wie können Sie sich am Besten gegen etwaige Mieterhöhungen wehren? Renitente Mieter_Innen machen übrigens jeden Hauskauf unattraktiv. Wir unterstützen Sie gerne.
Kommen Sie zur MieterInnenversammlung am Freitag, den 11. März um 19 Uhr nach der MieterInnenberatung der Berliner Mietergemeinschaft ins Loesje (Karl-Kunger-Straße 55).

Weitere Infos zur Veranstaltung hier.

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Herr Schöningh, bereits berüchtigt im Kungerkiez als mässiger Baugruppenarchitekt, hat einen neuen Coup vor. Am Spreeufer – direkt an seinem Arbeitsplatz, will er nun ein neues Bauvorhaben hinpflanzen. Hinter dem wohlklingenden Namen „Spreefeld“ verbirgt sich nichts anderes als eine Geschäftsidee. Man nehme ein lukratives Grundstück von 7000 qm am Spreeufer, suche lauter zahhlungskräftiges Klientel aus der alternativen Mittelschicht zusammen, tarnt diese Baugruppe als Genossenschaft und baut das Spreeufer zu. Diese Trottel dazu findet man am besten auf einer Experimentdays-Veranstaltung –  eine Börse, exklusiv für die alternative Mittelschicht und entsprechende Architekten. Der Bügerentscheid „Media Spree versenken“ wird ignoriert, die Standbar (kikiblofeld) am Ufer soll weg oder privaten, kommerziellen Nutzungen weichen. Und ein Zaun muss natürlich her. Dafür hat man sich einen geilen Ideenwettbewerb ausgedacht, bei dem alle mitmachen können und die Trottel (Gesellschafter) sich den genehmsten Pächter aussuchen können. Eine lächerliche Veranstaltung. Um sich zusätzlich „abzusichern“ geht Herr Schöningh auch auf Treffen von „Media Spree versenken“ und holt sich grünes Licht für die Uferbebaung bei Carsten Joost, der kein Mandat hat für „media Spree versenken“ zu reden. Man redet nett miteinander und geht zufrieden nach Hause.

Der Architekt – der aus Paderborn kommt (nein, er hat keine Kirche gebaut) – und der selbstverständlich auch in einer Baugruppe in Mitte wohnt, ist stolz auf sein Haus in der Steinstrasse, eines seiner Vorzeigeprojekte im Internet. In der Steinstrasse 27  hat er 2000 mit zwanzig anderen Eigentümern ein Haus gebaut und dem Verdrängungsprozeß im Mitte fleißig unterstützt. Das verteidigt er auch fröhlich in der TaZ. Laut nicht verbürgten Informationen eines Bauarbeiters hat das Haus sogar ein Schwimmingpool mit Sauna im Keller.

Der Abgründe kein Ende: Auf einer seiner Verkaufsveranstaltungen tönte Schöningh noch, das er zwanzig Prozent der Wohnungen an der Spree Hartz IV tauglich gestalten wolle, d.h. dass das Amt die Kosten zu übernehmen bereit sein könnte. Heiße Luft natürlich. Und windig wie so vieles aus dem Hause der „zusammenarbeiter“ um Akzeptanz zu schaffen, nachdem man in Alt-Treptow unter Druck geritt. Jetzt wird nur noch von Wohnungen geredet, die sich am Mietspiegel orientieren (Wir unterstellen natürlich orientiert an der Obergrenze). Wenn nicht diese sowieso demnächst zu Eigentumswohnungen werden sollen.

Das Ufer verbaut, gaaanz vielleicht fünf Meter Durchgang fern vom Ufer geplant, Hartz IV verdrängt, Neue Mittelschicht hat ihr Spießertraum erfüllt, Schöningh glücklich weil geile Geschäftsidee… Wir begrüßen das neue Bauvorhaben mit einem freudigen „Baugruppen versenken“!

SFB_Ideenaufruf_Strand-1.pdf

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In einer aktuelle Erhebung der Mietpreise in Berlin (deren Daten dem kommenden Mietspiegel zugrunde gelegt werden) heißt es, dass in den beliebtesten Straßen die Mieten bei Neuabschlüssen innerhalb von drei Jahren um 18 bis 22 Prozent auf 8,20 bis 10 Euro stiegen.
In Alt-Treptow steigen sie sogar weit über 30 Prozent. Es ist also ein superbeliebter Kiez, vor allem für Vermieter, Investoren und die „alternativen“ Baugruppenyuppies. (mehr …)

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„Höhere Mieten spiegeln den wachsenden Wohlstand Berlins wieder. Dieser Trend zeige die größere Kaufkraft in der Stadt. Steigende Mieten sind kein Problem, wenn die Einkommen parallel steigen, sagte Wowereit am Freitag bei einem Diskussionsforum der Berliner Wirtschaftsverbände IHK und VBKI (Verein Berliner Kaufleute und Industrieller !!, Anmerk. Karla Pappel). Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass Berlin in vielen Bereichen teurer wird, fügte er hinzu. “ (Quelle: Welt Online)

Wenn Herr Wowereit denkt der Mensch sei ein Gewohnheitstier und dummes Stimmvieh, und es gäbe kein Problem in der Stadt  bei dem für einige wenige prognostizierten Wohlstand, der jetzt kommt, dann hat er die Rechnung ohne die Menschen mit wenig Geld gemacht. Dabei hat zum Beispiel die Wut um die Räumung der Liebigstraße 14 genau mit diesen Umständen zutun. (mehr …)

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