Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Stellt Euch vor, Ihr sollt verdrängt werden – und aus allen Ecken des Kiezes kommen Menschen um Dich zu unterstützen.

Wir machen einen Kiezspaziergang im Kunger-Kiez. Veranstaltet wird der Kiezspaziergang von Anwohner*innen aus den Mietshäusern Karl-Kunger Str. 1-6, der Issingstr. und der Stadtteilinitiative Karla Pappel.

Wir treffen uns an der Infotafel an der Ecke Bouchestr / Karl-Kunger Str. um 14.00 Uhr. Schirm mitbringen – falls regnerisch.

Wir laufen ein paar exemplarische Stationen im Kiez ab. Welches Haus befindet sich gerade im Kampf? Welche miesen Investoren treiben die Armen aus dem Kiez? Wie wird der Kiez gerade umgekrempelt und ausgewechselt? Wo will schon wieder wer Eigentumswohnungen bauen? Wo stehen Wohnungen leer?

Und vor allem: Was werden wir dagegen unternehmen?

Gegen Ende machen wir ein Kaffeekränzchen. Bringt gern was kleines für ein Buffet mit.

Bringt Eure Plakate und Transparente mit, gerne wasserdicht. Thematisch gerne gegen Verdrängung, Mieterhöhung und Eigentumswohnungen. Wir wollen die Sachen aufhängen.

Sonntag den 27.10 um 14.00 – 16.00 Uhr

NIEMAND WIRD ALLEIN GELASSEN

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In der Karl Kunger Str. 26 gab es illegale Ferienwohnungen und miese Entmietungspraktiken. Und nun aktuell wird die sogenannte Mietpreisbreme mit moblierten Wohnungen umgangen. Wie lange wollen wir uns die Tricks von den Vermietern noch gefallen lassen? Wie lange wollen wir akzeptieren das neoliberale Vollidioten die Wohnungen überteuert mieten und nichts anderes wie verkappte Ferienwohnungen daraus machen? Wir möchten diese Menschen nicht im Kiez! Sprechen wir sie an. Machen wir ihnen deutlich das sie nicht willkommen sind.

Die „Linke“ hat eine Anfrage gestellt beim Bezirksamt. Und zwar ob die Wohnungen als Ferienwohnungen vermietet werden? Der Bezirk antwortet: „Nein, die Wohnungen werden schrittweise saniert und im Anschluss möbiliert. Die Wohnungen werden von einer Laufzeit von mindestens 3 Monaten zu Wohnzwecken vermietet.“ Somit wird das Zweckentfremdungsverbot umgangen. Die Mietpreisbremse ist also ein Witz.

Im Netz werden zum Beipiel drei Räume angeboten für 1737,- Euro. Die minimale Mietdauer beträgt 3 Monate. Wer sowas macht ist ein Verbrecher!

Unter https://www.belong-living.com/listing/alt-treptow/k26u5/ könnt Ihr die Sauerei „bewundern“. Somit wißt Ihr auch um welche Wohnungen es sich handelt, wenn Ihr mal die „Mieter“ auf ein nachbarschaftliches Gespräch ansprechen wollt.

Die Absahner dieser verbrecherischen und doch legalen Handlung, die ihren Sitz natürlich am Ku`damm 194 haben, in Ihrer Selbstdarstellung erklären dazu:

„Wir konzentrieren uns darauf, die Bedürfnisse unserer Kunden, Fachleute und Studenten aus der ganzen Welt zu erfüllen, indem wir ein Full-Service-Paket anbieten, das von der Suche nach der richtigen Unterkunft bis hin zur Unterstützung bei den erforderlichen Unterlagen für die Registrierung bei den lokalen Behörden reicht.

Wir bieten Ihnen eine komfortable Kurzzeit- und Mittelfristmiete für einen Zeitraum von 3 Monaten oder mehr.

Unsere Pauschalangebote umfassen Strom, Wasser, Heizung, schnelles Internet und Kommunalrechnungen, was Ihnen wertvolle Zeit spart und Sie von Bürokratie fernhält.

Wir verstehen die Bedürfnisse von Fachleuten und Studenten im Ausland.

Unser erfahrenes Team steht Ihnen während Ihres Berlinaufenthaltes (Sprich u.a. der Ferien Anm. Red.) zur Seite, immer mit einem Ansprechpartner.“

Wer denen mal die Meinung sagen will: info@belong-living.com oder per Telefon: 030 863 291 50 oder gleich den schimmeligen Parteien die Tür einrennen und denen die Mietpreisbremse um die Ohren hauen…

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Hallo, bestimmt habt Ihr schon lange gefiebert über die Frage, wer wohl Gewinner*in der besten Baumscheibe ist…

Wir haben nur zwei Baumscheiben gefunden, die einen inhaltlichen Bezug und wertvollen Beitrag zu Situation im Kiez darstellten. Alle anderen Baumscheiben waren entweder mit nutzlosem Ziergewächs verunstaltet oder in ihren natürlichen Zustand belassen. In letzterem wuchs das Unkraut wild und frei, oder der Müll verbreitete sich organsisch rund um die Baumscheibe und ist als wertvolles Abwertungsmerkmal für den Kiez besonders schützenswert.

Die sogenannten „schönsten“ Baumscheiben waren, wie gesagt, mit sinnloser Bepflanzung versehen und sollten nur der Aufwertung und der Verdrängung dienen. Man fütterte das „Gute-Mensch-Gen“. Dieses „Gute-Mensch-Gen“ ist natürlich in Wirklichkeit ein soziales Phänomen: Die Mittelschicht feiert sich selbst ab und verdrängt aus ihrem Kopf die Existenz von Armut in der Nachbarschaft.

Lange Rede, kurzer Sinn. Die beiden Gewinner*innen der besten Baumscheibe hier unten:

Die Baumbleibe des „Sozialbündnisses“
Das Sozialbündniss lehnte die Annahme des Preisgeldes aus Gründen der Bescheidenheit ab.
Hier ein Stand mit Unterstützer*innen von Karla Pappel und im Hintergrund die „Beste Baumscheibe“ von Karla Pappel…
Auch Karla Pappel verzichtete auf das Preisgeld (was die Initiative selber ausgelobt hatte). Man entschloss sich die 25,- an Seawatch zu spenden. Jeder Mensch konnte übrigens die Kartons rund um die Baumscheibe mit Orten der Verdrängung beschriften. Auf die Nennung der Baugruppen wurde verzichtet, weil dies die Anzahl der Kartons gesprengt hätte.
Leider haben wir zu spät einen Beitrag entdeckt der ebenfalls aussichtsreich im Wettbewerb um die „Beste Baumscheibe“ hätte laufen können. Jeanette, als Schreck der Mittelschicht und Gentrifizierungsspaßbremse bekannt, hat dieses wunderbare Objekt gestaltet.
Im Hintergrund ein Eigentumsneubau auf dem Gelände des ehemaligen Kiezmarktes
Ein Hoch auf Jeanette – auf das sie den Kiez noch lange nervt…

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Gegen die Immobilienwirtschaft:

Aufruf aus der Friedelstr 54
„Aufruf zur Demo Richtig deckeln, dann enteignen – Rote Karte für Spekulation
03.10.2019 – 13 Uhr – Alexanderplatz (Haus des Lehrers)

Man kann ja von dem Mietendeckel halten, was man will. Entweder soll er
die Mieten-Bewegung befrieden oder er ist ein Erfolg unserer
kontinuierlichen Proteste. Aber seien wir ehrlich, unter dem Strich ist
es lauwarme sozialdemokratische Politik und die Parteien streiten nur
darüber wie lau es denn sein darf.
Es gibt weiterhin kein Recht auf Wohnen, es gibt weiterhin Wohnungslose,
Zwangsräumungen, Umwandlungen in Eigentum, Eigenbedarfskündigungen und
Mieterhöhungen in den günstigen Quartieren, wo aber die Ärmsten wohnen.

Nur – wenn die Immobilienlobby jetzt schon so laut aufschreit und ihre
Medien- und Lobbymacht demonstriert, dann sollte unsere Antwort lauten:
Immo-Fuzzis, heult leiser!
Die Häuser gehören uns! Wir haben sie gebaut und dreimal abbezahlt und
jetzt holen wir sie zurück. Wir werden enteignen, vergesellschaften und
selbstverwalten. Es gibt kein Menschenrecht auf Mieteinnahmen.

Geben wir dem vergifteten Tag des Nationalismus dieses Jahr einen Sinn.
Raus auf die Straße am 03.10.!

PS: Viel Erfolg den Antifaschist*innen, die an diesem Tag den
Nazi-Aufmarsch zum “Tag der Nation” in Berlin-Mitte blockieren wollen.
Informiert euch unter aktionsticker.org oder #FIGHTNAZIS. No Pasaran! Es
ist ein Skandal, dass der ursprüngliche Startpunkt der Mieten-Demo vor
dem Roten Rathaus zugunsten einer Fascho-Demo untersagt worden ist!“


Kontakt:
Blog: friedel54.noblogs.org
E-Mail: f54@riseup.net
(pgp-key & Fingerprint:
https://friedel54.noblogs.org/kontakt/)
Facebook: @Friedel54
Twitter: @kiezladen_f54

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EINE PROVOKATION:

Liebe Leute, jede Scheiße zieht neue Scheiße nach sich… Warum wir so krass hier schreiben? Weil es unerträglich ist, was in dieser Stadt passiert, was hier in diesem Kiez passiert!

Nehmen wir zum Beispiel die aktuelle Entwicklung in der Kiefholzstrasse 22.

Dort wurde gerade ein Lagerraum abgerissen. Der war keine Schönheit. Aber der Lagerraum garantierte uns im Kiez; dort wird kein Dreck hingebaut, den wir nicht haben wollen.

Aber nun baut dort be.grow. Das ganze Werbetext spricht in seiner Widerwärtigkeit schon von selbst:

„So wohnt man heute: in der Schnittstelle der Trendbezirke Kreuzberg, Friedrichshain und Neukölln in der Kiefholzstraße 22 in Alt-Treptow entstehen (…) 64 innovative Concept-Flats. Modern, minimalistisch, stylish, funktional – und mitten im Leben.

be.grow, das sind durchdachte Single-Wohnungen für anspruchsvolle Großstädter. Für Kreative und Visionäre, die am Puls der Zeit und mitten in einer der spannendsten Städte überhaupt leben möchten. Die 1- bis 2-Zimmer-Apartments (Größe ca. 20–63 m²) überzeugen mit smarter Raumaufteilung und flexiblen Elementen, einem reduzierten Design und einer Top-Ausstattung: Passgenaue Einbaumöbel, großzügige Balkone, bodentiefe Fenster, Eichenparkett, Fußbodenheizung, hochwertige Designer-Küchen und Marken-Bäder. Einige Wohnungen verfügen zudem über private Dachterrassen oder kleine Gärten.“

Dieser abgefuckte und asoziale Lebenstil auf unsere Kosten läßt man sich entsprechend versilbern. Für 33m² im Erdgeschoß läßt man die Idioten, die da einziehen sollen, 194.000 Euro hinblättern. Und wer so richtig die Drecksau raushängen lassen will, der darf für sein Penthouse fast eine halbe Million Euro – für 63 m² zahlen. Das ist die Freiheit, die sie meinen.

Warum schreiben wir „auf unsere Kosten“? Weil dieses Pack den Kiez zuscheißen wird. Weil diese Scheißfressen überall rumsitzen werden und sich breit machen, mit ihren Laptops. Mit ihren geilen Geschätsideen in ihre Handy reinsprechen. Und weil sie keine Ahnung haben von dem was sie da anrichten. Und weil es sie auch nicht interessiert. Und weil die Armen weiter verdrängen werden. Und in der neuen im Bau befindlichen LPG (Biomarktkette) mit der Karte mal eben für 100 Euro einkaufen, während die Armen für ihren Quark, ihr Bier, ihren Käse die letzten Cents zusammen kratzen werden. Das ist ja jetzt schon so.

Weil der Siegeszug des Kapitalismus so schonungslos brutal ist und so „locker“ und „easy“ daher kommt.

Die sogenannten „Visionäre und Kreative“ sind Verbrecher. Weil sie uns verdrängen. Und die jenigen, die den Scheiß dahin bauen – anstatt bezahlbare Wohnungen – sie handeln ebenfalls verbrecherisch. Und jene, die diese Verbrechen bewilligen – die haben Namen – und heißen Baustadtrat Hölmer von der SPD – auch sie targen die volle Verantwortung für die Verbrechen . Hier geht es nicht um Verbrechen im juristischen Sinne. Denn selbstredend ist ja alles was sie tun ist legal. Sie sind Verbrecher im gesellschaftlichen Sinne. Im sozialen Sinne. Weil asozial. Weil in der Wirkung Ihres Tuns: unmenschlich. Es sind Egoschweine, ohne Moral und Skrupel. Die Moral trägt nur gegenüber ihresgleiches. Sie nennen sich Demokraten, geben sich aufgeklärt, spenden an irgendwelche gemeinützigen Vereine und halten sich für gute Menschen.

Wer andere Menschen wissentlich verdrängt ist einfach ein Drecksack.

Wir wünschen der SPD das Ende bei der nächsten Wahl. Aber das weiß Hölmer schon längst, deshalb winkt er nochmal jeden Dreck durch. Und den Immobilienheinis ist zu wünschen, das sie eines Tages nicht anderes wie ihr Geld besitzen und vor Hunger es fressen müssen. Und den „Kreativen und Visonären“ ist die Brücke zu wünschen – unter der sie sich dann als wahre Lebenskünstler beweisen können, wie zehntausender verarmter Menschen dieser Stadt.

Dieser unglaublich moralisch verkommen Zustand ist nicht vom Himmel gefallen. Er war seit vielen Jahren zu beaobachten. Und wir wundern uns warum hier niemand ausrastet, warum alle wie die Schafe mitmachen. Und wie die Mittelschicht es hinbekommt ihre armseligen Baumscheiben zu pflegen, anstatt vor Scham in den Boden zu versinken.

Die Baugruppen waren die Pioniere der Verdrängung, dem folgten dann Eigentumsneubauten wie in der Elsenstraße für 3000 – 4000 Euro der Quadratmeter. Und die sogenannte factory. Vor einiger Zeit haben sie schon mal die Fassade beworfen bekommen, seitdem gammelt da immer die ein Wachmensch herum. Für dieses Dreckspack werden nun diese Singlewohnungen gebaut. Und nie vergessen – die SPD hat diese Scheiße zu verantworten gehabt. Und die LINKE. Und die Führung der Kiezinitiative – die der verlängerte Arm dieser SPD – Politik ist.

Es ist erschütternd. Man kann es nicht anders sagen.

Eine Sozialarbeiterin und eine Obdachloser aus der unmittelbaren Nachbarschaft in der Kiefholzstr.

Fast ein Kunstwerk, wäre es nicht so schrecklich was mit diesem Kiez passiert
Im Hintergrund das Haus der „Geheimen Baugruppe“ mit Zugang an der Karl Kunger Straße. Sie wollten nicht, das ihr Kauf bekannt wird. Man wolle „keinen Sozialneid“ im Kiez erzeugen. Übersetzt hieß das nichts anderes als: Die Armen machen uns Angst – wir wollen unseren Luxus ungesehen genießen. Und so verboten sie einem Kamerateam das filmen…

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Liebe Anwohnerinnen und Anwohner,

anlässlich der geplanten Bebauung im Hinterhof der Karl-Kunger Str.5 sollen Bäume gefällt werden. Natürlich entstehen Eigentumswohnungen – keine bezahlbaren Wohnungen. Wieder mal (siehe Entstehung Karla Pappel) Wir wollen informieren und schauen, was wir dagegen tun können. Außerdem wollen wir mit unserem Besuch die Bewohner*innen der KK5 moralisch unterstützen. Die Bewohner*innen der KK5 versuchen gerade eine Mieterhöhung zurückweisen.

Das Exposé für den geplanten und aufgemotzen Neubau im bisherigem Garten findet ihr hier:
https://kraftkraft.de/neubauprojekte/karlno5/

Die geplanten Wohnungen werden auch bereits bei "Immobilienscout24" angeboten. Die Käufer wissen noch nicht was das für sie heißt. 
https://www.immobilienscout24.de/Suche/S-T/Wohnung-Kauf/Umkreissuche/Berlin_2dTreptow_20_28Treptow_29/12435/230758/2509000/Karl_2dKunger_2dStra_dfe/-/5?enteredFrom=one_step_search

DIESE MENSCHEN, DIE SICH HIER IN DEN HINTERHOF EINKAUFEN, SIND SOWAS VON NICHT WILLKOMMEN!!

Am Mittwoch, den 25.9. um 18 Uhr im Hinterhof/Garten der KK5

Zugang über Isingstraße oder Lohmühlenstraße

Es gibt Kaffee und Kuchen.

Bringt gerne auch was kleines mit, wenn ihr wollt.

Anwohner*innen in Zusammenarbeit mit Karla Pappel

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Lange bevor „Deutsche Wohnen enteignen“ als Kampagne das Feld im betrat hatte sich Karla Pappel schon positioniert. „Deutsche Wohnen Enteignen“ als Kampagne steht gerade in der Kritik innerhalb der Mietbewegung. Es ginge nur um Rückkauf der Häuser und hätte mit enteignen nicht viel zu tun hätte. Für die Diskussion:

Wir haben den Artikel gerade entdeckt. Er wurde 2016 gepostet und ist natürlich nicht in allen Einzelheiten mehr aktuell!

Deutsche Wohnen hält sich nicht an Berliner Mietspiegel

Die “Deutsche Wohnen AG” ist, nach Vonovia, das zweitgrößte private Wohnungsunternehmen in Deutschland, das aktuell 157.900 Wohneinheiten besitzt (Stand Juni 2016). Nach Börseneinführung im Jahr 1999, ist sie seit Juli 2006 eine unabhängige börsennotierte Aktiengesellschaft. 2007 fusionierte die “Deutsche Wohnen” mit der Berliner GEHAG Gruppe und im November 2013 übernahm sie die GSW Immobilien AG. Den Grundstein für die Entstehung dieses großen und aggressiven Players am Wohnungsmarkt legte 2004 die damals regierende Koalition aus SPD und Linkspartei, die sich beide demnächst zur Wahl wieder als die Partei der Mieter bei uns einschleimen werden. Durch den damaligen Verkauf der landeseigenen GSW ermöglichte die Politik die größte Wohnungsprivatisierung in der Geschichte Berlins. Die ganze Stadt wurde dem neoliberalen Ausverkauf freigegeben. Von den ursprünglichen sozial- und wohnungspolitischen Zielen der Gemeinnützigen Heimstätten-, Spar- und Bau-Aktiengesellschaft (GEHAG) sowie der Gemeinnützigen Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft (GSW) ist die “Deutsche Wohnen” heutzutage weit entfernt. Denn ihre Wohnbauvorhaben (siehe auch Stadt und Land) dienen längst nicht mehr den Ärmsten dieser Stadt und ihr Umgang mit den Mietern führt zu zahlreichen Konflikten aufgrund massiver Mieterhöhungen.

Auch in Alt-Treptow verwaltet die Wohnungsgesellschaft “Deutsche Wohnen” zahlreiche Wohnungen. Wer hier Mieter*in ist, erhält in regelmäßigen Abständen Mieterhöhungsverlangen. Die Begründung dafür liegt im § 558 BGB, der es der Vermieterin ermöglicht, alle 15 Monate die Miete zu erhöhen. Es soll in Berlin auch Mieter*innen geben, die noch nie eine Mieterhöhung erhalten haben. Aber nicht so mit der “Deutsche Wohnen”. Sie wollen den maximalen Profit erzielen und missachten dafür sogar die gesetzlichen Bestimmungen des sogenannten Berliner Mietspiegels.

Der Mietspiegel wird alle zwei Jahre vom Berliner Senat herausgegeben. Da er nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen und unter Beteiligung der Mieter- und Vermieterverbände erstellt wird, handelt es sich um einen sogenannten qualifizierten Mietspiegel. Vermieter*innen können diesen als Begründung für eine Mieterhöhung nutzen und Mieter*innen erhalten durch den Mietspiegel eine Übersicht zur ortsüblichen Vergleichsmiete. Sie können also überprüfen, wie hoch die Miete von vergleichbaren Wohnungen hinsichtlich der Wohnfläche, Bezugsfertigkeit, Ausstattung und Wohnlage ist und welche Nettokaltmieten von den Vermietern verlangt werden dürfen. ( * siehe auch unten: Von vielen auch als „Mieterhöhungsspiegel“ bezeichnet, weil er eh immer nur nach oben geht und viele dämpfende Auswirkungen auf die Mieten unberücksichtigt läßt)

Die “Deutsche Wohnen” bedient sich zur Begründung ihrer Mieterhöhungsverlangen diesem Berliner Mietspiegel, den sie jedoch selbst nicht als qualifiziert nach § 558d BGB ansieht. In dieser Tatsache liegt ein Widerspruch. Der Mietspiegel wird als formelle Begründung aufgeführt, jedoch möchte sich die “Deutsche Wohnen” nicht an diesen halten. Ihrer Auffassung nach, sei der Berliner Mietspiegel nicht für die Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete geeignet, weil er nicht nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt worden sei. Aus diesem Grund sei auch die derzeitige Berechnungsmethode des Mietspiegels für ihr Erhöhungsverlangen nicht maßgeblich. Die “Deutsche Wohnen” vertritt also die Auffassung, dass die ortsübliche Vergleichsmiete für Wohnungen in Alt-Treptow ihrer Erfahrung nach über den Werten des Mietspiegels liegen würde.

Daraus folgt, dass sie von ihren Mieter*innen eine Nettokaltmiete pro Quadratmeter verlangt, die den Oberwert des zutreffenden Mietspiegelfaches überschreitet. Die “Deutsche Wohnen” fordert Mieten ein, die über der ortüblichen Vergleichsmiete liegen. Dieses Mieterhöhungsverlangen ist unzulässig und ein besonders negativer Ausdruck dafür, wie die “Deutsche Wohnen” mit ihren Mietern*innen umgeht.

Im Schreiben zur Mieterhöhung wird den Mietern eine Rechnung dargelegt, die das Zustandekommen der neuen Nettokaltmiete erklärt. Dabei setzt die “Deutsche Wohnen” einen aus der Luft gegriffenen Wert als “ortsübliche Vergleichsmiete” an, der bereits deutlich über dem Mittelwert des zutreffenden Mietspiegelfaches liegt. Auf diesen Ausgangswert kommen noch erhöhende Zuschläge für bestimmte Sondermerkmale hinzu. Dies ist rechtlich erlaubt, allerdings darf der Gesamtbetrag für die neue Nettokaltmiete pro Quadratmeter den Oberwert nicht überschreiten und muss an dieser Stelle gekappt werden. Dies geschieht jedoch nicht! Der anschließende Satz, der auf die Berechnung folgt, ist schlichtweg falsch. Die “Deutsche Wohnen” behauptet nämlich, dass die Nettokaltmiete mit dem Mietspiegel zu vergleichen sei und die ortsübliche Vergleichsmiete nicht überschritten werde. Sie ist allen Ernstes der Meinung, dass es ausreichen würde, sich an den Werten des Mietspiegels zu orientieren. Ihrer Meinung nach würden die Mietpreise für die Wohngegend in Alt-Treptow nämlich viel höher liegen. Die Mieter*innen sollen also aus Sicht der “Deutsche Wohnen” noch dankbar dafür sein, dass sich ihre verlangte neue Miete am Berliner Mietspiegel orientiert und die Vermieterin dadurch langwierige Auseinandersetzungen vermeiden möchte.

Um die Mieter*innen abschließend noch einzuschüchtern, schreibt die “Deutsche Wohnen” in ihr Verlangen hinein, dass sie davon ausgehe, dass ihr Mieterhöhungsverlagen akzeptiert werde und das im gegenteiligen Fall auf die Erteilung der Zustimmung geklagt werde!

Lassen Sie sich davon nicht beeindrucken! Gehen Sie gegen diese rechtlich falschen und völlig überzogenen Mieterhöhungsverlangen der “Deutsche Wohnen” vor und unterschreiben sie die Forderung nach der neu verlangten Miete nicht!

In solch einem Fall besteht die Möglichkeit, zu dem Mieterhöhungsverlangen eine Teilzustimmung zu erklären und nicht mehr, als den Oberwert der Nettokaltmiete pro Quadratmeter für das zutreffende Mietspiegelfach zu zahlen.

Langfristig gehören solche Unternehmen durch den Mieter*innenwiderstand zerschlagen und enteignet. Für eine Reprivatiserung in Hand der Mieter*innen.

Wir können aber schon mal im Kleinen anfangen und uns zusammenschliessen und (auch bei zeitversetzten) Mieterhöhungen gemeinsam reagieren!
Kontakt für die Organsierung des Widerstandes in Alt-Treptow: Jeder 3. Mittwoch im Monat im Loejse, Karl Kunger Str 55

KarlaPappel@mail36.net

(*) Aus Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Mietspiegel

Gemäß § 558 Abs. 2 BGB dürfen zur Erhebung eines qualifizierten Mietspiegels nur Wohnungen berücksichtigt werden, bei denen die Miete in den letzten vier Jahren neu vereinbart oder geändert wurde. Dadurch werden systematisch exponentielle Mieterhöhungen für die Folgejahre festgeschrieben. Da auf diese Weise keine Durchschnittsmiete ermittelt wird, ist der Begriff des Mietspiegels irreführend. Passender ist daher von einem Mieterhöhungsspiegel zu sprechen.

Seit der Einführung des Gesetzes gibt es diverse Forderungen u.a. des deutschen Mieterbundes, dies anzupassen, um die Mieten realitätsnäher abzubilden und durch die „eingebaute Systematik rasant steigende Mieten“ zu verhindern.

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